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Die Aufgabe und seine daraus resultierende Rollenidentität bestimmt die Haltung des Mediators. Aus ihr erwachsen seine Methoden. Einige seien beispielhaft aufgeführt:
- Der Mediator ist in erster Linie nicht für das Ergebnis zuständig, sondern für das Verfahren. Insofern ist er Geburtshelfer dafür, dass die Mediation ein gutes Ende findet. Daraus erwächst eine Haltung, die – in der Akzeptanz der Unterschiedlichkeit - auf das Verständnis der Konfliktpartner ausgerichtet ist.
- Basismethoden sind deshalb:
- Paraphrasieren,
- aktives Zuhören,
- Spiegeln,
- Doppeln,
- immer auf der Grundlage, das Verstehen der einen und der anderen Seite nicht bedeutet, mit ihrer Wirklichkeitssicht oder ihrer Auffassung einverstanden zu sein.
- Um die einzelnen Konfliktpartner wirklich zu verstehen, aber auch, um das Verständnis untereinander zu vertiefen, kann es hilfreich sein, Einzelgespräche in Gegenwart des Anderen zu führen. Diese bedürfen einer gesonderten Kommunikationsstruktur.
- Hilfreich ist es, das Verständnis der Parteien untereinander, namentlich im Perspektivwechsel, zu fördern und Kommunikationsstrukturen einzusetzen, die dies bewirken.
- Namentlich in der Wirtschaftsmediation werden Einzelgespräche geführt, mit der Verabredung, nur das weiterzugeben, was ausdrücklich verabredet ist. Soweit dies geschieht, muss sich der Mediator darüber klar sein, dass seine Stellung als „Geheimnisträger“ seinen Einfluss und seine Verantwortung ändern.
- Die unterschiedlichen, sich teilweise gegenüberstehenden oder scheinbar ausschließenden Sichten und Auffassungen der Konfliktpartner erfordert vom Mediator, die darin liegende emotionale und kognitive Dissonanz auszuhalten und seine Unparteilichkeit nicht zu verlieren. Seine Aufgabe besteht darin, zu den Konfliktpartnern in etwa die gleiche Nähe oder Distanz zu wahren und dies auch sichtbar zu machen.
- Auf dieser Grundlage sind seine Interventionen, immer wieder die eigene Mitte austarierend, von empathischer Zuwendung gegenüber den Konfliktpartnern geprägt.
- Die Strukturverantwortlichkeit für das Verfahren bedeutet, dass der Mediator im Kontakt zu den Konfliktpartnern Halt und Stabilität vermittelt und die Gewissheit, dass er sich auf der Landkarte des zeitlich logischen Ablaufs und der Konfliktdynamik aus-kennt.
- Da die Mediation ihrem Wesen nach auf Verständigung ausgerichtet ist und dies voraussetzt, dass der Mediator versteht, führt er vor allem durch Fragen: sowohl zum Ablauf – und hier das Einverständnis einholend – als auch zur interessegerechten Ergebnisfindung. Die Fragen können, bezogen auf das Ergebnis, beispielsweise unmittelbar und direkt an einen Konfliktpartner gerichtet sein, um sich über den Sachverhalt zu orientieren. Geht es um die Interessenerforschung, wird der Mediator z. B. reflexive Fragen zur Ermittlung von – unterschiedlichen – Zukunftsperspektiven stellen, die die Konfliktpartner anregen, selbst besser herauszufinden, was sie eigentlich wollen.
- Zum eigenen Verständnis der Situation und um entsprechende Fragen stellen zu können, braucht der Mediator Hypothesenbildungen. Die Kunst besteht darin, mit diesen Hypothesen zu arbeiten, ohne an sie fixiert zu sein.
- Manchmal ist es notwendig, aus den Bemerkungen der Konfliktpartner „den Stachel herauszuziehen“; z. B. indem hinter aggressiven Äußerungen verdeutlicht wird, auf welchen Verletzungen und Kränkungen diese beruhen, welche Ungerechtigkeiten erlebt wurden und welche Ängste, Bedürfnisse und Wünsche darunter verborgen sind.
- Zuweilen hilft es, Äußerungen der Konfliktpartner in einen anderen Zusammenhang zu stellen, so dass ihr wahrer Kern sichtbar(er) wird (reframing).
- Kreative Lösungen
- Um im breiteren Umfang kreative Lösungen zu entwickeln, braucht es eine Atmosphäre, die die emotionale Verstrickung soweit aufgelöst hat, dass Zukunftsperspektiven denkbar und gestaltbar werden. Zentral ist es, einen Raum der Möglichkeiten und Alternativen zu kreieren. Hierbei sind wir häufig durch unsere vorgegebenen Denkmuster blockiert. Es kann hilfreich sein, die Situation aus verschiedenen Wahrnehmungsperspektiven, Betrachtungsweisen, Mustern und Strukturen zu betrachten und ungewöhnliche Denkmuster zuzulassen. Weshalb soll beispielsweise nicht die strickende Großmutter in den Laufstall gehen, wenn sie von dem herumtollenden Enkel gestört wird?
In der Abfolge ist zu unterscheiden:
- Die Phase der exakten Problemdefinition (Phase II, Konkretisierung in Phase III)
- Die Phase der schöpferischen Ideensammlung und Anwendung von Kreativitätstechniken. Hierzu zählen beispielsweise Brainstorming, Brainwriting, Analogiebildungen aus verwandten Vorgängen usw. (ab hier Phase IV)
- Die Auswahl der besten Ideen und ihre Optimierung
- Bei der Unauflösbarkeit widersprechender Interessen: wie eine Balance gefun-den werden kann, z. B. unter der Fragestellung, was der Eine aufzugeben bereit ist, damit er das bekommt, was er will.
- Die Evaluation der optimierten Lösungsaspekte
- Die Überprüfung des gewonnenen Ergebnisses anhand der (rechtlichen) Nichteinigungsalternative
- Und schließlich die Verwirklichungsphase unter den Aspekten, welche Widerstände zu erwarten sind, wenn der Vorschlag verwirklicht wird; welche Konsequenzen und Nebenwirkungen zu erwarten sind; wer helfen könnte und wie der Ablaufplan der Umsetzung aussähe. (Phase V)
Dem Mediationsprozess kommt es zugute, wenn es dem Mediator gelingt, humorvoll auf seine Konfliktpartner einzugehen.
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